20 Uhr Porsche Arena Stuttgart – The Austrailian Pink Floyd Show
Wie so oft, wenn man sich auf etwas lange Zeit freut, erscheint es zunächst ewig zu dauern bis der Tag kommt, und jetzt ist er einfach da. Die Vorfreude wächst, Schnee ist auch keiner mehr auszumachen (und viel wichtiger es ist auch keiner angesagt!), ein Babysitter für die Kiddies ist auch organisiert (dank geht hier an die Oma!), es kann heute Abend also direkt nach dem Abendessen losgehen.
Damit meine EBH, die bisher eher leid geplagt meine Musik ertragen hat, auch was davon hat, schleppe ich sie direkt mit. Die Freude darüber hielt sich bei Überbringung der frohen Kunde bei ihr eher in Grenzen – welch’ Wunder – aber sie meinte heute morgen dann doch, dass sie sich nun auf das Konzert freut, was mich auch wieder freut.
Im Vorfeld habe ich es mir absolut verkniffen die bekannten Pink Floyd Fansites (Puse and Spirit oder Bruder Fanziskus) zu besuchen, damit ich unter keinen Umständen vor dem Konzert die Setlist zu gesicht bekomme. Nachdem die diesjährige Tour unter dem Motto “BIG PINK – Greatest Hit” steht, freue ich mich auf tolle Musik. Ich will Echoes hören. Ich will Careful with that Axe, Eugine höre. Ich will Have a Cigar hören. Ich will Sheep hören. Ich will – überrascht werden!
Wenn ich dran denke werde ich, Web 2.0 mäßig, twittern und vielleicht auch ein Handyfoto hochladen, wir werden sehen. Jetzt steigt aber erstmal langsam der Adrenalinpegel!
Samstag war mal wieder so ein Tag an dem ich am liebsten meinen schönen Plasma TV aus dem Fenster geworfen hätte, ob des grotten schlechten Fernsehprogramms. Gut es liefen durchaus interessante Filme bei den privaten (Spiel ohne Regeln, Pro7, Contact, Sat1 oder auch Stadtgespräch auf ZDFneo), aber in letzter Zeit widert es mich so unglaublich an, wenn Filme durch Werbung unterbrochen werden oder man hat den Film schon zu oft gesehn.
Also blieb ich bei 3sat hängen (wtf) und habe die ersten Takte Richard Wagners Götterdämmerung angesehen. Das ging solange gut bis meine EBH ins Wohnzimmer kam und sich strikt gegen klassische Musikunterhaltung am Samstagabend aussprach. Und dass, obwohl sie noch nicht mal aktiv mit schaute, sondern sich über die Ablage P im offen angrenzenden Esszimmer machte. Na toll.
Also weitergezappt. Da man dieser Tage nicht um Olympia in Vancouver herum kommt, habe ich also mal wieder Curling auf ZDFinfo geschaut. Dort hatten die Schweden leichtfertig durch einen (1!) blöden Fehler beim letzten Stein die Chance auf die Bronzemedaille verspielt und die Schweizer staubten die Medaille ab. Und schon wieder war ich auf der Suche nach Unterhaltung.
Also gut, dann eben doch Wetten dass?! im ZDF. Die Wetten waren ganz nett, gefreut habe ich mich über die Bagger Wette, versprachen die doch in der Vergangenheit ein gewisses Maß an Spektaktel:
Oder auch hier. Die gezeigte Wette hörte sich aber “nur” bei der Erklärung der Wette spektakulärer an als sie letztlich bei der Durchführung wirklich war. Da halfen auch Gottschalks dramaturgische Moderationseinlagen wenig, die Wette war langweilig.
Soweit, so langweilig. Eine typische Wetten dass?! Sendung eben. Das eigentlich interessante an dieser Sendung waren aber die Tags darauf zu lesenden Kritiken der Sendung bei Stern.de und Spiegel Online. Während der Stern von »senilen Aussetzern im Samtjackett« schrieb (Gottschalk hatte wohl zu Beginn der Sendung seinen anstehenden sechzigsten (!) Geburtstag thematisiert, wobei im Artikel selbst der Begriff “Senil” im Zusammehang mit Sophia Loren fällt) , lobte der Spiegel Gottschalk in den Samstagabendunterhaltungsshowmasterolymp. Der Stern zerreißt die Sendung unverhohlen und stellt zwischen den Zeilen fest, dass in Zukunft weder Gottschalk noch Wetten dass?! weiters gebraucht werden und stellt Gottschalk wie einen kleinen Jungen mit dem Attribut »tütteliger Gastgeber« in die Ecke.
(Zunächst) völlig konträr zur Kritik des Stern läuft die des Spiegel. Hier wird ein Hohelied auf das Unterhaltungsschlachtschiff Wetten dass?! samt dessen Moderator gesungen. Der Spiegel findet die Moderationsleistung Gottschalks über jeden Zweifel erhaben, findet die kleinen Stichelleien gegenüber einer 10 jährigen (Kinderwette) in Ordnung (»Provokation gehört zum Geschäft«) oder auch die gleich zwei Mal zu findenden Anspielungen auf die Alkoholfahrt von Margot Käßmann. Das Publikum in der Halle johlt, die Meute ist zufrieden. Liest man die Kritik des Spielgel aber aufmerksam bis zum Ende kann man zwischen den Zeilen zu dem Schluss kommen, dass die gesamte Kritik nur so vor Ironie und Sarkasmus strotzt und der Spiegel Gottschalk und Wetten dass?! (vielleicht auch Michelle Hunziker, wobei ich der Meinung bin dass die Hunziker eine echte (!) Bereicherung für Wetten dass?! darstellt) auf das gleiche Gleis stellen möchte wie der Stern.
Ich jedenfalls bin Samstag Abend tödlich gelangweilt ins Bett. Gute Nacht deutsche Samstagabendunterhaltung!