Ach Herr je. Was es nicht alles für Lobbyverbände gibt. Der Regionalkreis Ulm/Neu-Ulm der Vereinigung »Die Jungen Unternehmer« hat einen neuen Vorstand gewählt, neue Vorsitzende ist Evelyn Kulitz. Laut einem kurzen SWP Artikel will sich der Regionalkreis für das Gesamtpaket S21 und Neubaustrecke stark machen:
Ein Scheitern von S 21 und der Schnellbahnverbindung nach Ulm würde eine gravierende Schwächung der höchst erfolgreichen Ulmer Industrie bedeuten.
Da ist sie wieder, diese Verknüpfung der Tieferlegung des Stuttgarter Bahnhofs und der Neubaustrecke Wendlingen Ulm. Warum die Ulmer Industrie aber die Schnellbahnstrecke braucht, verstehe ich nicht. Industrie würde ich jetzt eher mit Güterverkehr in Verbindung bringen und dieser wird auch mit der Neubaustrecke durch das Filstal fahren, aber egal.
Doch halt, irgendwas ist komisch und irgendwas kommt mir so bekannt vor. Richtig, der Name Kulitz ist es:
- Dr. Peter Kulitz, Präsident der IHK Ulm
- Jessica Kulitz, Internetbeauftragte im Kreisvorstand der CDU Alb-Donau/Ulm und Beisitzer im Vorstand des CDU Stadtverband Ulm
- Evelyn Kulitz, Vorsitzende Regionalkreis Ulm/Neu-Ulm »Die Jungen Unternehmer«
Die Familie Kulitz hat sich also in vielen Bereichen des Ulmer öffentlichen Lebens positioniert, und dann wundert es auch keinen mehr, wenn aus all diesen Ecken die gleiche Positionierung bezüglich Stuttgart 21 kommt. Sehr schön! Wie lange wird es wohl brauchen, bis in Ulm und der Region endlich verstanden wird, dass Stuttgart 21 und die Neubaustrecke getrennt von einander betrachtet werden können, ja müssen, und dass die Neubaustrecke unabhängig von der Realisierung des Milliardengrabes Stuttgart 21 umgesetzt werden kann? Der Tiefbahnhof in Stuttgart wird ja schließlich nicht in Wendlingen gebaut.
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