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Das Netz ist großartig

Schrieb ich schon, dass das Netz großartig ist? Nein? Dann tue ich es jetzt:

Das Netz ist großartig!

Eigentlich habe ich heute Abend eine Scheißlaune, weshalb ich mir die Kopfhörer aufgesetzt habe und mit (lauter) Musik auf den Ohren durchs Netz gestöbert bin. Über Google+ bin ich auf eine Webseite gekommen, die im ersten Moment erschreckendes bot (wobei ich bei solchen Dingen immer vorsichtig bin, im Zeitalter von Photoshop), aber bei weiterem stöbern großartiges zu Tage förderte:

PROTEIGON from BURAYAN on Vimeo.

Ein einfach großartiges Video, das mir an dem heute grummeligen Abend die Laune wieder etwas hob.

Samstagabendunterhaltung war schon einfacher

Samstag war mal wieder so ein Tag an dem ich am liebsten meinen schönen Plasma TV aus dem Fenster geworfen hätte, ob des grotten schlechten Fernsehprogramms. Gut es liefen durchaus interessante Filme bei den privaten (Spiel ohne Regeln, Pro7, Contact, Sat1 oder auch Stadtgespräch auf ZDFneo), aber in letzter Zeit widert es mich so unglaublich an, wenn Filme durch Werbung unterbrochen werden oder man hat den Film schon zu oft gesehn.

Also blieb ich bei 3sat hängen (wtf) und habe die ersten Takte Richard Wagners Götterdämmerung angesehen. Das ging solange gut bis meine EBH ins Wohnzimmer kam und sich strikt gegen klassische Musikunterhaltung am Samstagabend aussprach. Und dass, obwohl sie noch nicht mal aktiv mit schaute, sondern sich über die Ablage P im offen angrenzenden Esszimmer machte. Na toll.

Also weitergezappt. Da man dieser Tage nicht um Olympia in Vancouver herum kommt, habe ich also mal wieder Curling auf ZDFinfo geschaut. Dort hatten die Schweden leichtfertig durch einen (1!) blöden Fehler beim letzten Stein die Chance auf die Bronzemedaille verspielt und die Schweizer staubten die Medaille ab. Und schon wieder war ich auf der Suche nach Unterhaltung.

Also gut, dann eben doch Wetten dass?! im ZDF. Die Wetten waren ganz nett, gefreut habe ich mich über die Bagger Wette, versprachen die doch in der Vergangenheit ein gewisses Maß an Spektaktel:

Oder auch hier. Die gezeigte Wette hörte sich aber “nur” bei der Erklärung der Wette spektakulärer an als sie letztlich bei der Durchführung wirklich war. Da halfen auch Gottschalks dramaturgische Moderationseinlagen wenig, die Wette war langweilig.

Soweit, so langweilig. Eine typische Wetten dass?! Sendung eben. Das eigentlich interessante an dieser Sendung waren aber die Tags darauf zu lesenden Kritiken der Sendung bei Stern.de und Spiegel Online. Während der Stern von »senilen Aussetzern im Samtjackett« schrieb (Gottschalk hatte wohl zu Beginn der Sendung seinen anstehenden sechzigsten (!) Geburtstag thematisiert, wobei im Artikel selbst der Begriff “Senil” im Zusammehang mit Sophia Loren fällt) , lobte der Spiegel Gottschalk in den Samstagabendunterhaltungsshowmasterolymp. Der Stern zerreißt die Sendung unverhohlen und stellt zwischen den Zeilen fest, dass in Zukunft weder Gottschalk noch Wetten dass?! weiters gebraucht werden und stellt Gottschalk wie einen kleinen Jungen mit dem Attribut »tütteliger Gastgeber« in die Ecke.

(Zunächst) völlig konträr zur Kritik des Stern läuft die des Spiegel. Hier wird ein Hohelied auf das Unterhaltungsschlachtschiff Wetten dass?! samt dessen Moderator gesungen. Der Spiegel findet die Moderationsleistung Gottschalks über jeden Zweifel erhaben, findet die kleinen Stichelleien gegenüber einer 10 jährigen (Kinderwette) in Ordnung (»Provokation gehört zum Geschäft«) oder auch die gleich zwei Mal zu findenden Anspielungen auf die Alkoholfahrt von Margot Käßmann. Das Publikum in der Halle johlt, die Meute ist zufrieden. Liest man die Kritik des Spielgel aber aufmerksam bis zum Ende kann man zwischen den Zeilen zu dem Schluss kommen, dass die gesamte Kritik nur so vor Ironie und Sarkasmus strotzt und der Spiegel Gottschalk und Wetten dass?! (vielleicht auch Michelle Hunziker, wobei ich der Meinung bin dass die Hunziker eine echte (!) Bereicherung für Wetten dass?! darstellt) auf das gleiche Gleis stellen möchte wie der Stern.

Ich jedenfalls bin Samstag Abend tödlich gelangweilt ins Bett. Gute Nacht deutsche Samstagabendunterhaltung!